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19. Mai 2026

Hohe Preise, hohe Hürden: Wieso sich viele kein Eigenheim leisten können

Deutschland gilt seit Jahrzehnten als klassisches „Mieterland“. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Wohneigentumsquote weiterhin vergleichsweise niedrig ist: Im Jahr 2022 lebten nur rund 41,9 % der Haushalte in den eigenen vier Wänden. Selbst wenn andere Berechnungen – etwa aus dem Zensus – auf etwa 43–47 % Eigentümeranteil kommen, bedeutet das im Umkehrschluss: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung wohnt zur Miete. Damit bleibt Deutschland im europäischen Vergleich eines der Länder mit den geringsten Eigentumsquoten.

Ein Blick auf die Gesamtstruktur des Wohnungsmarktes verdeutlicht die Dimension: Ende 2024 gab es laut Destatis rund 43,8 Millionen Wohnungen in Deutschland. Dennoch verteilt sich dieses Angebot ungleich, und insbesondere in Städten dominiert der Mietmarkt. In großen Metropolen liegen die Eigentumsquoten häufig sogar unter 30 %, teilweise deutlich darunter. Diese Zahlen zeigen, dass Eigentum keineswegs der Regelfall ist, sondern eher die Ausnahme – vor allem in urbanen Räumen.

Ein zentraler Grund dafür ist die zunehmende finanzielle Hürde beim Immobilienerwerb. Steigende Baukosten, hohe Zinsen und strenge Kreditvergaben erschweren vielen Haushalten den Zugang zu Eigentum. Laut verschiedenen Analysen fehlt es oft am nötigen Eigenkapital, während gleichzeitig die Preise für Immobilien stark gestiegen sind. Dadurch bleibt der Traum vom Eigenheim für breite Bevölkerungsschichten unerreichbar, insbesondere für junge Familien oder Menschen mit mittleren Einkommen.

Hinzu kommen strukturelle Unterschiede zwischen Stadt und Land. Während in ländlichen Regionen Eigentumsquoten von über 60 oder sogar 70 % erreicht werden, liegen sie in Großstädten teils unter 20 %. Diese Disparität hängt eng mit der Bebauungsstruktur zusammen: In Städten dominieren Mehrfamilienhäuser, die überwiegend vermietet werden, während auf dem Land Ein- und Zweifamilienhäuser häufiger im Eigentum stehen. Die Wohnform beeinflusst somit direkt die Eigentumsverteilung.

Insgesamt zeigen die Zahlen deutlich: Deutschland bleibt ein Mieterland. Trotz politischer Maßnahmen und wachsender Bedeutung von Immobilien als Altersvorsorge gelingt es vielen Menschen nicht, Wohneigentum zu erwerben. Die Kombination aus hohen Preisen, regionalen Unterschieden und strukturellen Besonderheiten des Wohnungsmarktes sorgt dafür, dass Eigentum für viele weiterhin unerreichbar bleibt.

Quelle: BVFI24-Blog