PKV Spezialist Markus Müller
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3. September 2025

Das Sponge-City-Prinzip: Städte als Schwämme für Regenwasser und Klimaanpassung

Städte und Gemeinden stehen zunehmend unter Druck, da der Klimawandel extreme Wetterlagen verstärkt. Auf der einen Seite kommt es häufiger zu Starkregenereignissen, die Kanalisation und Flüsse überlasten. Auf der anderen Seite nehmen Trockenperioden zu, in denen Grünflächen und Bäume unter Wassermangel leiden. Um diesen Gegensätzen zu begegnen, setzen immer mehr Kommunen auf neue Konzept. Die Grundidee besteht darin, Regenwasser nicht sofort in die Kanalisation abzuleiten, sondern es vor Ort zu speichern, versickern zu lassen und bei Bedarf wieder zu nutzen.

Ein zentraler Ansatz ist die Begrünung urbaner Räume. Dächer und Fassaden werden bepflanzt, sodass Regenwasser aufgefangen, gespeichert und langsam an die Umgebung abgegeben wird. Auch die Pflanzung zusätzlicher Stadtbäume trägt dazu bei, Wasser besser im Boden zu halten und die Luft in Hitzephasen zu kühlen. Parallel dazu werden zunehmend Flächen entsiegelt: Anstelle von Asphalt oder Beton kommen wasserdurchlässige Beläge zum Einsatz, die Regen in den Untergrund leiten und so Grundwasserreserven auffüllen.

Wichtig sind auch technische Maßnahmen des Regenwassermanagements.

Kommunen bauen Zisternen, Rückhaltebecken und Versickerungsmulden, um Regen kontrolliert zu speichern. Dieses Wasser kann später für die Bewässerung von Parks, für die Straßenreinigung oder in Gebäuden für die Toilettenspülung eingesetzt werden. Manche Städte denken sogar über den verstärkten Einsatz von aufbereitetem Grauwasser aus Haushalten nach, um Trinkwasser zu sparen.

Einige Städte gelten als Vorreiter. So fördert Berlin mit einer eigenen Regenwasseragentur Projekte zur dezentralen Speicherung. Hamburg experimentiert mit wasserdurchlässigen Straßenbelägen, und international gilt Kopenhagen als Modellstadt, in der ganze Quartiere nach diesem Prinzip umgebaut wurden.

Die Vorteile sind vielfältig: Kommunen sparen wertvolles Trinkwasser, beugen Überflutungen vor und schaffen durch mehr Grünflächen ein angenehmeres Stadtklima. Gleichzeitig sinkt die Belastung der Kanalisation, was langfristig Kosten reduziert. Herausforderungen gibt es dennoch, etwa die Finanzierung größerer Umbauten oder die notwendige Koordination zwischen Stadtplanung, Wasserwirtschaft und Bevölkerung.

Quelle: BVFI24-Blog